Bei der Entscheidung für das richtige Elektro Faltrad sind viele Faktoren zu beachten. Welches Gewicht bringt das Rad mit, wie ist es ausgestattet, welche Reichweite ist bei optimalen Bedingungen möglich? Passt das Rad gefaltet auch wirklich in meinen Kofferraum, Transportkiste oder Wohnmobil und wie ist generell das Fahrverhalten? Ein wichtiger Punkt bei der Beantwortung dieser Frage ist der Sensor, der ausschlaggebend dafür ist, wie sich der unterstützende Motor verhält. Zur Wahl stehen hier der Bewegungssensor sowie ein Drehmomentsensor. Warum Letzterer bevorzugt eingesetzt wird, erklären wir im Folgenden.

Ein kurzer Exkurs zum Thema Elektrofahrrad: Rein rechtlich kann ein Rad nur dann als Pedelec bezeichnet werden, wenn es aktiv getreten wird, um sich fortzubewegen. Nur unter dieser Voraussetzung darf der Hilfsmotor betrieben werden. Hört der Fahrer auf in die Pedale zu treten, schaltet sich der Motor ab, da er lediglich der Tretkraftunterstützung dienen soll. Damit dies gewährleistet ist, muss über einen Sensor gemessen werden, ob eine Bewegung vorhanden ist. Ein Elektro Faltrad, deren Motoren unabhängig vom aktiven Treten laufen, gelten nicht mehr als Pedelec und erfüllen damit nicht die Voraussetzungen eines normalen Rades im Straßenverkehr. Mehr Infos gibt es beim Bundesministerium für Verkehr.

Eine beschränkte Lösung: Der Bewegungssensor

Bewegungssensor am Movena verbaut

Integrierter Bewegungssensor

Der Bewegungssensor registriert aktiven Bewegung des Fahrenden. Er misst, ob in die Pedale getreten wird. Manche Modelle können auch aufnehmen, wie schnell dies geschieht, doch dann kommt der Sensor an seine Grenzen. Die Unterstützung des Motors wird nicht der eingebrachten Tretkraft angepasst, sondern schaltet sich auf immer gleicher Stufe ein, sobald sich das Rad in Bewegung setzt. Eine Regulierung ist unter Umständen über den eingelegten Gang möglich oder davon abhängig, wie schnell man tritt. Das Problem bei dieser Form der Sensorik ist, dass die Unterstützung unabhängig vom Fahrenden ist. Ganz egal wie viel Eigenkraft man beim Fahren einbringt, der Motor gibt immer alles. Dementsprechend ist das Fahrgefühl das eines gefahren werden, als des selber Fahrens. Zudem geht die dauerhaft hohe Leistung zu Lasten den Akkus. Ein weiteres Problem ist die Verzögerung beim Einsetzen und Aussetzen der Unterstützung, denn oft laufen die Sensoren nach, was ebenfalls das Fahrerlebnis beeinträchtigt. Bei manchen Rädern kann der Bewegungssensor sogar gefährlich werden, da er sich bereits dann einschalten kann, wenn das Rad geschoben wird und sich die Pedale mitdrehen.

Der Drehmomentsensor bietet individuell dosierte Unterstützung

Aus diesem Grund ist der Drehmomentsensor nicht nur bei einem Elektro Faltrad die deutlich bessere Alternative. Denn er misst ob aktiv getreten wird und erkennt darüber hinaus wie fest und in welcher Frequenz. Aus diesem Grund werden diese Sensoren auch Kraftsensoren genannt. Über die gewonnenen Daten kann der Sensor die Unterstützung des Motors auf die Gegebenheiten anpassen. Damit wird jeder Fahrer ganz individuell unterstützt, je nachdem wie viel Kraft er auf die Pedale geben kann und will. Wird mehr Druck ausgeübt, erhöht sich die Motorenunterstützung automatisch. Der Grad dieser Unterstützung kann über eine zusätzliche Steuerung individuell variiert werden. Bei eine AFH20 Elektro Faltrad beispielsweise ist diese in fünf Stufen dosierbar. So können hügelige Strecken und steile Anstiege ebenso leicht und aus eigener Kraft bewältigt werden wie Wege im Flachland. Und wer sich auch mal eine Tour ohne Unterstützung wünscht deaktiviert den Assistenten und fährt das Rad wie ein normales Rad mit Kettenschaltung.

Der Drehmomentsensor befindet sich im Tretlager oder am Kettenblatt und arbeitet mit einer besonderen Technik: der Hall-Sensor-Technik. Diese wird in vielen Bereichen verwendet, wie beispielsweise als Nockenwellensensor beim Kfz, bei automatischen Rolltoren oder auch in der Medizintechnik. Integriert im Pedelec misst der Sensor die Spannung, die entsteht, wenn eine Spule gegen einen Magneten verschoben wird.